Passwort zurücksetzen

Deine Suchergebnisse
23. September 2018

7 Mythen über Hochzeitsfotografen

Gastbeitrag von Fabian Nick

Brautpaare, Hochzeitsgäste und irgendwie jeder hat so seine eigenen Vorstellungen von einem Hochzeitsfotografen oder ganz allgemein von einem Fotografen

Hier will ich versuchen, mit einigen Mythen aufzuräumen, die sich anscheinend durchgesetzt haben.

Das teurere Equipment / die größere Kamera macht die besseren Bilder

Dass sich dieser Mythos noch immer hält, ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite aber auch fast schon frustrierend. Natürlich gilt dieser Mythos auch für alle anderen Arten der Fotografie. Aber dort und auch in der Hochzeitsfotografie gilt, dass es immer noch im Wesentlichen auf den Fotografen ankommt, nicht auf die Kamera. Ich möchte damit nicht sagen, dass es vollkommen egal ist, womit man als Fotograf auf einer Hochzeit arbeitet. Es ist aber umgekehrt auch nicht so, dass Onkel Klaus mit seiner 5000 € Kamera automatisch den Fotografen ersetzt. Warum Onkel Klaus sowieso keine Bilder machen sollte, könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Erschwerend kommt meiner persönlichen Erfahrung nach auch hinzu, dass auch aufseiten der Fotografen einige Exemplare existieren, die meinen, mit ihrem Equipment Werbung machen zu müssen. Wenn es im Vorgespräch oder auf der Webseite mehr um die Technik des Fotografen als um euch geht, solltet ihr meiner Meinung nach sehr genau darüber nachdenken, ob ihr euch nicht doch noch einmal auf dem Fotografen-Markt umsehen wollt.

Hochzeitsfotografen können davon leben, nur Hochzeiten zu fotografieren

Hier muss ich eine Lanze für alle hauptberuflich arbeitenden Hochzeitsfotografen brechen, zu denen ich selbst übrigens nicht gehöre: Es ist ungemein schwierig, nur und ausschließlich von der Hochzeitsfotografie zu leben. Denn das Jahr hat nun mal nur begrenzt viele Sommerwochenenden. In der Woche und im Herbst und Winter finden kaum Hochzeiten statt. Und dann sind da ja auch noch die Steuern, die bezahlt werden wollen, die Krankenversicherung, die Altersvorsorge etc. Die meisten Hochzeitsfotografen arbeiten daher so wie ich nebenberuflich oder üben noch andere fotografische Tätigkeiten aus. Daher: Habt etwas Verständnis für die scheinbar hohen Preise und dafür, dass es mit der Bearbeitung der Bilder gerade in der „heißen Phase“ ein wenig dauern kann. Der Fotograf eurer Wahl wird es euch mit Sicherheit danken!

Hochzeitsfotografen haben keinen Hunger

Dieser Mythos ist sicherlich kein wirklicher „Mythos“. Dennoch: Vergesst bei der Planung eurer Hochzeit bitte nicht, dass euer Fotograf oft vom Getting-Ready morgens bis zur Party abends bei euch ist. Das Beste, abgesehen von guter Stimmung, das ihr eurem Fotografen bieten könnt ist ein Stück Kuchen am Nachmittag und am Abend das Essen, das ihr auch für eure Gäste auftischt. Es ist, meiner Meinung nach, nicht unbedingt nötig, einen Platz an einem der Gästetische für den Fotografen frei zu lassen; ein Stehtisch oder eine kleine Ecke beim DJ reichen auch. Letzterer freut sich übrigens sicherlich auch über einen Happen zu Essen. Also, seid so nett und plant beide Dienstleister mit ein und sagt vor Allem auch dem Catering Personal vor Ort Bescheid, die beiden auch mit Tellern und Besteck zu bedenken.

Hochzeitsfotografen machen nur perfekte Bilder

Das wäre ein Traum! Aber nein. So ist es (leider) nicht. Auch bei Profis gibt es „Ausschuss“. Daher wird euer Hochzeitsfotograf nach der Hochzeit die Bilder nicht nur bearbeiten, sondern auch aussortieren. Wundert euch daher nicht, dass ihr am Hochzeitstag selbst wesentlich mehr Auslösungen hört, als ihr am Ende Bilder bekommt. 

Aussortiert werden übrigens nicht nur Bilder, die technisch nicht dem Maßstab des Fotografen entsprechen, sondern, jedenfalls bei mir, auch doppelte Bilder. Denn gerade in den wichtigen Situationen macht man lieber ein Bild zu viel als zu wenig. Wäre ja schade, wenn beim einzigen Bild der Ringübergabe der Bräutigam leider die Augen zu hat. Besonders gilt das natürlich für Gruppenfotos, bei denen man schon sehr viel Glück haben müsste, mit nur einem Bild alle abgebildeten Personen optimal zu erwischen.

Wenn der Hochzeitsfotograf abends geht, ist seine Arbeit getan

Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, solltet ihr diesen Mythos schon als falsch entlarven können. Denn die Arbeit in der Nachbearbeitung, das Aussortieren der Bilder, das Verschicken der Bilder, das Akquirieren neuer Kunden und Vieles mehr gehören genauso mit zum Job des Hochzeitsfotografen wie das eigentliche Fotografieren der Hochzeit. Es ist sogar so, dass das Fotografieren leider nur einen relativ geringen Teil der Zeit einnimmt.

Im Zweifel kann er’s ja photoshoppen

Leider (oder vielleicht auch eher zum Glück) auch falsch! 

Ja, Photoshop ist ein sehr, sehr mächtiges Werkzeug. Aber man kann damit auch nicht Alles manipulieren und sollte dies meiner Meinung nach auch gar nicht tun. Meine Leitlinie lautet hier „Keep It Real“. Brautpaare buchen mich im Übrigen auch wörtlich für eine „HochzeitsREPORTAGE“, was der Wortbedeutung her für mich schon einschließt, dass Bilder nicht beliebig manipuliert werden. 

Nicht zuletzt kommt hier natürlich auch wieder der Faktor Zeit ins Spiel. Es ist in annehmbarer Zeit einfach nicht möglich, auf jedem der vielen, vielen Hochzeitsbilder zum Beispiel die nicht perfekt sitzende Frisur der Braut zu retuschieren. Natürlich wäre das vermutlich machbar, aber die dafür aufgewendete Zeit müsstet ihr als Brautpaar ja wieder bezahlen, was die Preise in ganz andere Dimensionen treiben würde. Dieses konkrete Problem lässt sich natürlich leicht umgehen, indem ihr einen professionellen Friseur mit eurer Hochzeitsfrisur betraut 😉 

Hochzeitsfotografen sind meist komische Typen

Ich weiß gar nicht, warum, aber wenn ich an Hochzeitsfotografen denke, denke auch ich manchmal an den älteren Herren mit Funktionsweste und großer Umhängetasche. Dieses Bild, das ich zumindest früher auch schon auf Hochzeiten gesehen habe, passt natürlich nicht wirklich in die Hochzeitsgesellschaft und ist, so hoffe ich, auch nicht mehr aktuell. Also: Keine Scheu! Hochzeitsfotografen sind auch Menschen und alle mir bekannten sind sehr offen, stilvoll und werden sich perfekt in eure Hochzeit einfügen. 

Das Wichtigste ist, dass die Chemie zwischen euch als Brautpaar und eurem Fotografen stimmt, und der Rest wird sich schon von ganz allein ergeben.

In diesem Sinne: Viel Spaß auf eurer Hochzeit! Und wenn ihr noch Mythen habt, die ihr gerne klären würdet, schreibt mir einfach. 

Fabian.

Kategorie: Allgemein

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.